Märkte & Chancen

Ein Marktkommentar auf biallo.de

KW 29

Wie gerade junge Anleger in Zeiten der Niedrigzinsen profitieren können

von Stephan Witt, FiNUM.Private Finance AG in Berlin

 

Stephan Witt

Liebe Leserinnen und Leser,

Der DAX nimmt langsam wieder Fahrt auf. Nachdem der Deutsche Leitindex jüngst wieder etwas verlor, nähert er sich nun wieder seinem Zwölf-Monats-Hoch. Und das ist auch wenig überraschend: die Hauptantriebsfeder für Aktien bleibt das niedrige Zinsniveau. Und auf dieses müssen sich Sparer wohl noch lange einstellen.

So sagen die Experten von Flossbachvon Storch, dass die Mini-Zinsen bestehen bleiben, solange es den Euro gibt. Grund hierfür sind viele Länder im Euroraum, welche auf die niedrigen Zinsen angewiesen sind und sich sogar nur darüber überhaupt finanzieren können. Die EZB wird hier wohl kaum an der Zinsschraube drehen. Dies bedeutet natürlich, dass des Deutschen liebste Anlageprodukte wie Sparbuch oder Tagesgeldkonto auf absehbare Zeit keine Rendite abwerfen werden. Schlimmer noch: durch die Inflation wird real Vermögen vernichtet.

Quelle: Shutterstock, PhotoSGH

Besonders für junge Anleger, welche über mehrere Jahrzehnte hinweg etwas zurücklegen müssen, stellt sich die Frage, wo man das gesparte Geld am besten investiert. Und hier bilden Aktien bzw. Fonds eine gute Grundlage.

Aktien und Fonds können gerade über einen langen Zeitraum ihre wahre Stärke ausspielen. So sind die Finanzprodukte am besten geeignet, wenn der Anlagehorizont mehr als fünf Jahre beträgt. Eine gute Gelegenheit somit für junge Anleger, um an den Chancen des Aktienmarktes partizipieren zu können. Zusätzlich gibt es im Idealfall noch eine jährliche Dividende, welche für den DAX im Schnitt bei drei Prozent liegt.

Natürlich muss jedem Anleger bewusst sein, dass Aktien auch Risiken mit sich bringen. So kann es im schlimmsten Fall zum Totalverlust kommen oder Dividendenerträge bleiben aus. Das Risiko kann hier reduziert werden, wenn Unternehmen ins Depot geholt werden, welche in bekannten Indizes vorhanden sind, bspw. DAX oder Dow Jones. Zusätzlich muss auf eine ausreichend breite Streuung geachtet werden. Es ist selten ratsam, alles auf eine Karte zu setzen. Hat man mehrere Positionen aus verschiedenen Branchen im Bestand, kann das Gesamtportfolio einzelne Dämpfer kompensieren.

Quelle: Shutterstock, sirtravelalot

Wer lieber etwas ruhiger in das Thema Aktien einsteigen möchte, sollte sich im Fondsbereich etwas genauer umsehen. Ähnliches gilt auch, wer noch nicht das nötige Kleingeld zur Verfügung hat. Monatliches Fondssparen ist in der Regel bereits ab 25 Euro pro Monat möglich und kann im Laufe der Jahre zu einer beträchtlichen Summe heranwachsen.

Wer bspw. monatlich 100 Euro über einen Zeitraum von 30 Jahren in einen ETF spart, kann bei einer jährlichen Wertentwicklung von drei Prozent bereits einen Zuwachs von fast 23.000 Euro erwarten (insgesamt wurden 36.000 Euro eingezahlt und am Ende beträgt die Summe der Position fast 59.000 Euro).

Der Vorteil ist hier, dass man sich weniger auf den Aktienmarkt konzentrieren muss und somit mehr Zeit für andere Dinge hat und gleichzeitig Erfahrungen im Bereich der Geldanlage sammelt. Allerdings gibt es auch bei Fonds Risiken zu beachten. So gilt bei Fonds zum Beispiel das übliche Marktrisiko, wonach die Kurse schwanken können und Verluste entstehen können. Dies gilt vor allem bei vorzeitigem Verkauf.

Über die weiteren Risiken sollten sich Anleger im Vorfeld genau informieren, damit keine unangenehmen Überraschungen drohen.

Quelle: Shutterstock, LookerStudio

Stephan Witt, FiNUM.Private Finance AG in Berlin  

Stephan Witt ist Kapitalmarktstratege FiNUM.Private Finance AG mit Sitz in Berlin. Der gelernte Bankkaufmann versteht sich als Banker vom ersten Tag der Ausbildung an und verfügt über zehn Jahre Kapitalmarkterfahrung. Bei der FiNUM ist der Hamburger mit für das Wertpapiergeschäft zuständig sowie ständiges Mitglied im Anlageausschuss der Gesellschaft. Weitere Informationen unter www.finum.de.

Disclaimer:
Der Marktkommentar stellt die Meinung des jeweiligen Verfassers dar und nicht die der Redaktion von biallo.de. Ferner sind die im Marktkommentar formulierten Inhalte keine konkreten Handlungsanweisungen für den Umgang mit Wertpapieren. Jegliche Investitionsentscheidung, die aus dem Marktkommentar durch den Kunden abgeleitet wird, basiert ausschließlich auf dem eigenen Ermessen des Kunden.